Wenn bereits eine Anhängerkupplung vorhanden ist, lassen sich relativ einfach hintere Bergepunkte herstellen. Dazu werden zwei neue Halterungen angefertigt und die originalen Befestigungshalterungen der Anhängerkupplung ersetzt. Meine Anhängerkupplung ist eine Sawiko MT054.

Die Halterungen bestehen aus geradem 10 mm starkem Stahlblech, sodass keine Schweißarbeiten erforderlich sind. Allerdings arbeitet man dabei mit ziemlich massiven Stahlteilen.
Die einfachste Lösung besteht darin, ein 110 cm langes Flachstahlstück mit den Abmessungen 10 × 120 mm zu kaufen und daraus die Halterungen auszuschneiden. Da ich ein solches Stück nicht bekommen konnte, musste ich die Halterungen aus einer 70 cm langen, 10 × 200 mm großen Stahlplatte schneiden.
Zum Schneiden von so dickem Stahl wäre normalerweise ein Plasmaschneider die effizienteste Lösung. Ich habe zwar einen 40-A-Plasmaschneider, aber er konnte die Platte nicht vollständig durchtrennen. Deshalb verwendete ich stattdessen einen großen Winkelschleifer mit einer 230-mm-Scheibe. Überraschenderweise funktionierte das sehr gut.


Die originalen Halterungen der Anhängerkupplung werden entfernt und als Schablonen verwendet. Die neuen Halterungen werden entsprechend zugeschnitten. Die quadratische Öffnung für den Schäkel ist 30 mm breit und 60 mm hoch. Ich habe sie hergestellt, indem ich an den vier Ecken jeweils ein 12-mm-Loch gebohrt und anschließend mit einem kleinen Winkelschleifer so viel Material wie möglich zwischen den Bohrungen entfernt habe. Das verbleibende Material wurde mit einer normalen Stichsäge und einem Metallsägeblatt ausgeschnitten.
Alle scharfen Kanten müssen mit einer Feile abgerundet werden, vorzugsweise mit einer druckluftbetriebenen Feile, falls vorhanden. Andernfalls sollte man sich auf einiges an Handarbeit einstellen. Bei der Verwendung von Softschäkeln ist dies besonders wichtig, da scharfe Kanten die Fasern beschädigen können.

Beim Bohren der Befestigungslöcher dient die originale Halterung als Schablone. Beide Halterungen werden zusammengeklemmt, einige Löcher gebohrt und anschließend Schrauben eingesetzt, damit alles sicher in Position gehalten wird. Alle Bohrungen haben einen Durchmesser von 12,5 mm. Für ein gutes und schnelles Ergebnis ist eine Säulenbohrmaschine praktisch unverzichtbar.


Alle originalen Schrauben sind M12, Festigkeitsklasse 10.9. Das bedeutet ein Anzugsdrehmoment von 120 Nm bei der Montage der neuen Platten. Achten Sie darauf, beim Verschrauben der Halterungen das verstärkende Flachstahlstück auf der Innenseite des Fahrgestells zu montieren. Es wird innerhalb des Rahmenprofils nach unten geführt und ist praktisch unsichtbar, sobald die originalen Halterungen entfernt sind.
Haftungsausschluss:
Ich stelle diese Konstruktion lediglich als eine mögliche Lösung vor und übernehme keinerlei Verantwortung für Schäden, Versagen oder Unfälle, die beim Nachbau dieser Konstruktion entstehen können.
Ein Hinweis zur Festigkeit
Ich habe ChatGPT gebeten, eine Festigkeitsanalyse der Anhängerkupplung beziehungsweise der Bergepunkte durchzuführen:
Die Bergepunkte bestehen aus 10 mm starkem Stahlblech. Da ich die genaue Stahlgüte nicht kenne, wurden die Berechnungen unter der Annahme von S235 durchgeführt. Dies ist eine konservative Annahme für gewöhnlichen Baustahl.
Eine einfache Berechnung des Blechs ergibt eine überraschend hohe Festigkeit. Der verbleibende Querschnitt durch die 30 mm breite Schäkelöffnung beträgt 90 × 10 mm. Für S235 ergibt sich daraus rechnerisch eine Streckgrenzlast von etwa 21,6 Tonnen.
Das ist allerdings nicht die Last, mit der ich den Bergepunkt belasten würde. Ein Bergepunkt ist eine reale mechanische Verbindung, und die Last wird dort konzentriert eingeleitet, wo der Schäkel das Blech berührt.
Bei einem herkömmlichen Stahlschäkel mit einem 20-mm-Bolzen ergibt die Berechnung der Bolzenverbindung nach Eurocode einen Lochleibungswiderstand des Blechs von ungefähr 70 kN, entsprechend 7,2 Tonnen für jeden Bergepunkt.
Ein Softschäkel verteilt die Last anders und vermeidet die konzentrierte Belastung durch einen 20-mm-Stahlbolzen. Die Tragfähigkeit des Bergepunkts kann daher höher sein, vorausgesetzt, die Kontaktkanten sind ausreichend abgerundet und glatt. Der Softschäkel selbst muss selbstverständlich über eine entsprechend geeignete Nenntragfähigkeit verfügen.
Die vier M12-Schrauben der Festigkeitsklasse 10.9 verbinden den Bergepunkt mit dem massiven Querträger, der mit dem entsprechenden Bergepunkt auf der gegenüberliegenden Seite verbunden ist. Die beiden weiteren M12-Schrauben befestigen die Halterung am Fahrgestell.
Die Befestigung am Fahrgestell wurde in diese Berechnungen nicht einbezogen. Ihre Festigkeit muss daher gesondert betrachtet werden. Wahrscheinlich bilden diese Befestigungspunkte die schwächste Stelle der gesamten Konstruktion.
Diese Werte sind ingenieurtechnische Abschätzungen für diese spezielle Konstruktion und stellen weder eine Zertifizierung noch eine Garantie dar. Ich würde die Bergepunkte ausschließlich zum kontrollierten, gleichmäßigen Ziehen verwenden und nicht für dynamische Bergungsmanöver mit ruckartiger Belastung.








