Dienstag, September 15, 2026

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San Pedro de Atacama, Chile

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Wir sind vier Wochen lang durch Argentinien gereist, von Bariloche im Süden Patagoniens über Buenos Aires bis zuletzt in die fantastische Gegend um Salta ganz im Norden. Jetzt schließen wir die Reise ab, indem wir mit dem Bus von der Stadt Salta nach San Pedro de Atacama in Chile fahren.
Erfahre hier mehr über Argentinien: Argentinien

Der Bus nach Chile fährt um ein Uhr nachts vom Busbahnhof in Salta ab. Prinzipiell sollen drei Unternehmen die Strecke nach San Pedro de Atacama bedienen, aber in der Praxis scheint nur eines, Andesmar, dies zu tun.

Der Bus ist halb voll, und wir dösen hinter zugezogenen Vorhängen vor uns hin und bekommen nichts von der landschaftlich reizvollen Strecke mit, auf der wir unterwegs sind: der Ruta 52 über einen 4170 Meter hohen Pass. Aber wir sind diese Strecke schon früher gefahren, worüber du hier lesen kannst: Salta und Jujuy, Argentinien

Wir wachen kurz vor Erreichen der Grenzstation Jama gegen 8 Uhr auf. Die Sonne steht tief und lässt den Salzsee zu unserer Linken wie Silber glänzen. Zu unserer Rechten erhebt sich ein Vulkan mit einem schneebedeckten Gipfel auf über 5000 Metern.

Die Grenze

An der Grenzstation stehen wir in einer langen Schlange. Nichts passiert. Ich komme mit einem englischsprachigen Argentinier ins Gespräch, der mir erzählt, dass die Grenze geschlossen ist, weil es auf der chilenischen Seite geschneit hat. Der Busfahrer sagt, wir müssten warten, bis der Schnee geschmolzen sei oder geräumt worden sei. Als das zuletzt passierte, sagt er, sei die Räummaschine kaputtgegangen, und es habe seeehr lange gedauert.

Zum Glück haben wir reichlich Essen und Wasser und müssen es nehmen, wie es kommt. Die Station liegt auf 4.200 Metern Höhe, aber zum Glück spüren wir von der Höhe kaum etwas. Man akklimatisiert sich ja mit der Zeit. Schon nach ein paar Stunden beginnt sich etwas zu tun. Wir werden zur Grenzstation geleitet, wo kontrolliertes Chaos herrscht, weil sich so viele Autos gestaut haben und nun alle das System durchlaufen müssen.

Zunächst gibt es eine Schlange für die argentinische Ausreise. Glücklicherweise ist der allgegenwärtige Busfahrer zur Stelle und weist uns zur richtigen Schlange. Die Schlange bewegt sich schnell, und dann geht es weiter in eine neue Schlange für die chilenische Einreise, die ebenfalls recht zügig vorangeht.

Der Fahrer ist wieder da; jetzt müssen wir unser gesamtes Gepäck holen und uns in der Zollschlange anstellen. Wir sitzen ja alle im selben Bus, und er will wohl so schnell wie möglich weiterfahren.

Drei Stunden nach unserer Ankunft fahren wir weiter nach Chile und in die Atacama-Wüste. Die Wüste ist eine karge Steinwüste. Wir passieren Salzseen, an denen es einige grüne Flecken gibt, auf denen Lamas grasen. Um uns herum erheben sich schneebedeckte, kegelförmige Berge mit Schnee auf den Gipfeln.

San Pedro de Atacama

Nach einigen Stunden biegen wir in San Pedro ein. Plötzlich stehen grüne Bäume um uns herum, mitten in der braun-grauen Wüste. Wasser aus Schneeschmelze und Regen in den Bergen wird hier mitten in der Ebene nach oben gedrückt und schafft eine Oase, aus der schließlich eine kleine Stadt entstanden ist.

Atacama hat viele spannende Aktivitäten zu bieten und ist daher zu einem riesigen Touristenziel geworden. Das Zentrum ist von gepflegten einstöckigen Gebäuden im Kolonialstil geprägt und insofern hübsch anzusehen. Aber mein Gott, wie viele Touristen durch die Straßen strömen.

Alles Ursprüngliche ist verschwunden und wurde von der Tourismusindustrie übernommen. Souvenirläden, Reiseveranstalter, Kioske und Restaurants reihen sich Straße an Straße. Das Einzige, was die Eintönigkeit unterbricht, sind eine Bank und eine Apotheke. Der Großteil der Touristen sind junge Leute, die Erlebnisse in der Wüste und gesellige Unternehmungen suchen. Im Laufe des Abends füllen sich die Restaurants. Es wird Musik gespielt und die Stimmung ist ausgelassen. Interessanterweise muss man in den meisten Restaurants auch etwas essen, sodass man sich nicht einfach nur auf einen Drink hinsetzen kann.

Geysire

Wir beschränkten uns auf einen Ausflug zu den sogenannten Geysiren. Um 04:30 Uhr wurden wir vor dem Hostel von einem Minibus abgeholt und 1,5 Stunden hinauf in die Berge zu einem Vulkangebiet mit heißen Quellen und Geysiren gebracht. Dort schlenderten wir bei minus 2 Grad in 4200 Metern Höhe eine Weile zwischen dampfenden Wasserlöchern umher, während wir darauf warteten, dass die Sonne aufging und uns wärmte. Ringsum schneebedeckte Vulkane, ein Gewimmel von Menschen.

Und der Sonnenaufgang war dort oben wunderschön. Das Sonnenlicht spielte im Dampf der Quellen, und die Daunenjacke konnte schließlich ausgezogen werden. Der Guide erzählte, dass es im Winter bis zu minus 25 Grad kalt werde, aber ohne Niederschlag.

Die Geysire an sich waren wohl nicht besonders bemerkenswert. Der größte spritzte nicht einmal einen Meter hoch. Laut dem Guide hing dies davon ab, wie viel Niederschlag gefallen war. Wenn du schon einmal auf Island warst, könntest du enttäuscht sein, aber die Umgebung war spektakulär.

Auf dem Rückweg machten wir im »Grünen« zum Frühstück Halt, und es war das beste, das wir in vier Wochen in Argentinien und Chile bekamen. Frisches Brot und Rührei findet man sonst nicht oft.

Nach dem Mittagessen gibt es eine musikalische Einlage mit dem obligatorischen „El Condor Pasa“ auf der Panflöte.
Auf dem Rückweg sahen wir ein Kaninchen.

Würde ich die Reise noch einmal machen, würde ich Chile wohl auslassen und in Argentinien bleiben. Dort findest du weitaus angenehmere Orte als San Pedro. Andererseits waren die Wüste selbst und die Berge einen Besuch wert.

Wir reisten über Santiago nach Hause. Die Stadt war bei 32 Grad ein Gewimmel von Menschen. Das Preisniveau in Chile ist 50–100 % höher als in Argentinien.

Aber natürlich war das nur ein winzig kleiner Teil Chiles, den wir zu sehen bekamen.

Es ist ratsam, das Ticket rechtzeitig online zu buchen. Die Busse sind schnell ausgebucht. Link zu Andesmar: andesmar.com/en

Alles über Argentinien hier lesen: Argentinien

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