Freitag, September 11, 2026

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Overlanding, Hiking and tech tips.

Armenien

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Sevavavank Church

Armenien liegt geografisch in Westasien, hat jedoch sehr enge historische, politische und kulturelle Verbindungen zu Europa. Das Land war das erste, das das Christentum einführte, und hat eine dramatische Geschichte, da es an der Schnittstelle zwischen Großmächten wie dem Römischen Reich, dem Persischen Reich und dem Osmanischen Reich lag. Wie Georgien hat auch Armenien eine dramatische Natur, die zu einem Roadtrip einlädt.

Am nächsten Tag fahren drei Autos nach Jerewan und zwei nach Ararat auf der armenischen Seite. Dann reißt unser Keilriemen – mehr als zwanzig Kilometer von der Zivilisation entfernt und auf einer miserablen Straße. Natürlich haben wir einen Ersatzriemen dabei, also holen wir das Werkzeug heraus und beginnen zu schrauben. Doch der Spannmechanismus ist festgerostet, sodass sich die Reparatur schwierig gestaltet. Zwei armenische Autos halten an, und wir bekommen Hilfe. Die Armenier, die im Nationalpark arbeiten, übernehmen rasch, und wir werden zu Zuschauern. Es geht dabei um nichts Geringeres als die Ehre der Nation. Nach einer Weile reißt einer der Helfer die Spannschraube ab, was vielleicht sogar besser so ist. Wir müssen zur nächsten Werkstatt abgeschleppt werden. Normalerweise ist Abschleppen einfach, aber nicht auf einer Straße, die so schlecht ist wie diese. Das Abschleppfahrzeug muss ständig bremsen, um riesige Schlaglöcher zu überwinden, und es geht bergauf und bergab über Steigungen von mehr als 10 %.

Die armenische Grenzüberquerung ist relativ schnell erledigt: eineinhalb Stunden. Aber es gibt auch keine Warteschlange. Inzwischen sind wir fünf Autos, nachdem sich schließlich ein schwedisches Auto angeschlossen hat. Doch bei so vielen Autos gibt es auch viele Meinungen darüber, wohin wir fahren und wo wir übernachten sollen. Deshalb nehmen wir schon jetzt zwei verschiedene Routen durch Armenien, um uns am Abend wieder zu treffen. Der erste geplante Ort ist ein See, der sich als ausgetrocknet herausstellt. Also finden wir einen anderen See in einem armenischen Nationalpark namens Arpi. Auf dem Weg dorthin, vermutlich der löchrigsten Straße der Welt, werden wir von einem wahnsinnigen Unwetter überrascht: Es regnet in Strömen, und der Donner grollt. Die Landschaft erinnert nun an eine Savanne, völlig ohne Bäume, sodass der Wind ungehindert zuschlagen kann. Wir freuen uns nicht gerade darauf, im Sturm in Dachzelten zu übernachten.

Übernachtung im Schutz von Ruinen

Nach ein wenig Suche finden wir direkt unten am Meer, im Schutz einer Ruine, einen brauchbaren Platz. Um uns herum gibt es eine Mischung aus Ruinen von Bauernhöfen und armseligen Höfen. Kühe laufen überall frei herum, und wir müssen genau aufpassen, wohin wir treten, damit wir ihre Hinterlassenschaften nicht im Zelt haben. Kurz nachdem wir unser Lager aufgeschlagen haben, taucht ein alter Lada mit einem Polizisten auf, der viel sagt, was wir nicht verstehen. Doch dann kommt Elin dazu und klärt die Situation. Auf Russisch geht alles viel einfacher. Weil wir uns in einem Nationalpark befinden, müssen wir uns im Büro registrieren. Wir steigen in ein Auto, fahren mit dem Mann mit und lassen uns eintragen. Darüber ist nirgends irgendeine Information zu finden, aber so ist das eben.

Wie durch ein Wunder legt sich der Wind, als wir uns schlafen legen wollen, und wir bekommen das Zelt problemlos aufgebaut. Im Laufe der Nacht wachen wir vom Geräusch vermeintlich vorbeirasender Motorräder auf, doch zum Glück stellt sich heraus, dass es nur der Wind ist, der am Dachzelt rüttelt.

Keilriemen mit armenischer Hilfe reparieren

Nach der Ankunft ist Otto ziemlich verschwitzt. Die Werkstatt repariert alles in gut einer Stunde, Preis: 10 EUR. In der Werkstatt arbeiteten ein fähiger Mechaniker, einer, der der Chef war, und fünf, die sich am Kopf kratzten und zusahen.

Yerevan

Eriwan ist eine der ältesten Städte der Welt mit ununterbrochener Besiedlung. Leider ist davon heute nur schwer etwas zu erkennen. Die Stadt ist von einem Bauboom geprägt, mit Hochhäusern, halbfertigen Gebäuden und Kränen überall. Der Verkehr ist intensiv; unser Taxi raste eines Abends mit 100 km/h durch die Innenstadtstraßen, während der Fahrer gleichzeitig zwei Handys bediente. Das Zentrum ist von einer einheitlichen Architektur geprägt, vielleicht postsowjetisch mit einem gewissen orientalischen Einschlag. Überall dieselben Farben, derselbe Stil. Aber es gibt viel Leben mit Restaurants und Straßenleben. Sicherlich eine spannende Stadt zum Feiern, Feiern. Wir sind nicht ganzdortlänger und reisten nach einer Übernachtung weiter.

Gerghardt kloster

Aber auf dem Rückweg nach Georgien haben wir einige Kirchen und ein Kloster besichtigt. Armenien war das erste christliche Land der Welt, mit Kirchen, die bis ins 4. Jahrhundert zurückreichen. Sie sind kreuzförmig, meist recht klein und schlicht geschmückt. Doch sie haben eine einzigartige Atmosphäre und liegen oft spektakulär auf Gipfeln und Anhöhen. Wir besuchten das Kloster Gerghardt, das in den Felsen hineingebaut ist. Es war stimmungsvoll, auf dem Klostergelände und in den Kirchen umherzuschlendern.

 

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